Rhododendren sind sehr pflegeleichte Pflanzen.

Das ist wenig verwunderlich, denn die meisten Rhododendron-Wildarten stammen aus Gebirgsregionen von 2.000 - 4.000 m Höhe.
Dort wachsen sie auf oft nur wenige cm starken Humusschichten meist auf Steinunterlage.
Also alles top ? - Nicht ganz!
Was ihnen bei uns fehlt, ist die hohe Luftfeuchtigkeit und Kühle, die in ihrer Heimat besonders in den Nachtstunden herrscht.

Deswegen fühlen sie sich auf der britischen Insel und an den Küsten von Nord- und Ostsee wohl.

Es gilt also, für ausreichend Feuchtigkeit zu sorgen und einen sauren Boden vorzubereiten (siehe Anbau). Pflegemaßnahmen sind nur wenige erforderlich bzw. sinnvoll:

Düngergaben ( 1 x im März  und 1 x nach der Blütezeit Ende Mai bis Ende Juni )

vorsichtiges Ausbrechen der verblühten Blütenstände - dies ist bei Neupflanzungen angeraten, kann bei großen älteren Pflanzen unterbleiben.

 

Leichtes (!)  Mulchen mit abgelagerten (!) Holzhäcksel / Rindenmulch im Wurzelbereich vor dem Wintereintritt bei Neupflanzungen und sehr sonnigen Standorten

regelmäßiges Gießen und durchdringendes Wässern am Winteranfang (falls der Herbst sehr trocken ausgefallen ist)

Die drastische Klimaveränderung macht an heißen Tagen oft ein
Beschatten sehr sonnig stehender Pflanzen sinnvoll.
Geeignetes Sonnenschutzvlies ist im Fachhandel für kleines Geld erhältlich
(nicht auflegen, sondern z.B.  mit Hilsmitteln, Zaunlatten oder ähnlichem ein "Zelt" bauen)
Der Fantasie für geeigneten Sonnenschutz sind keine Grenzen gesetzt -
auch eine gefüllte Wasserschale zur Erhöhung der Luftfeuchtigkeit  ist sinnvoll.
Dringend Hitzestau vermeiden- sonst geht der Hitzeschutz "nach hinten los"!

Als einfacher sehr dekorativer Sonnenschutz haben sich (neben Rispenhortensien)
winterharte Stockrosen (Malvengewächs) in verschiedenen Farben erwiesen.
Im 1. Jahr bilden sich nur Blattrosetten,
im 2. Jahr erscheinen bis zu 2,50 m hohe Blütenstände (ggf. an Pflanzstab anbinden).
Hummeln und Bienen werden es Ihnen danken.
Die schmalen Pfahlwurzeln bilden keine Konkurrenz für unsere Rhodo's und
der reichliche Samen sorgt  für jährlich wiederkehrenden Sonnenschutz.
Besondere Pflegemaßnahmen haben sich bei mir noch nie erforderlich gamacht.
Wenn sich Stockrosen einmal etabliert haben, ist ihr Bestand nahezu unverwüstlich.

Die vorstehend genannten Tipps ersetzen allerdings nicht das Gießen bzw. Wässern!!!
Hier hat sich außer Beregnungssystemen eine Tröpfchenbewässerung
mit handelsüblichen Systemen als sinnvoll und wassersparend erwiesen.
In Verbindung mit einer handelsüblichen Zeitschaltuhr (Bewässerungsautomat) können Sie so
beruhigt in den Urlaub fahren. Natürlich kann auch noch einen Feuchtesensor integriert werden,
aber wie weit Sie die Automatisierung treiben wollen, ist Ihnen und ihrem Portemonaie überlassen.
Eine sinnvolle Alternative für's Wochenendgrundstück ist es auf alle Fälle.

Totholz und welke Triebe sind oft Wirte von Pilzerkrankungen
und sollten stets rechtzeitig entfernt (Rückschnitt bis in das gesunde Holz) und entsorgt werden.

Achtung: Bitte nicht mit dem natürlichen Frostschutz der Pflanzen verwechseln
Sie minimieren bei Minusgraden so die Verdunstung durch Abklappen oder Einrollen ihrer Blätter!